Da hatten die Wetterfrösche tatsächlich mal Recht! Minus 16 Grad… Boah, ist das kalt!
Um mich herum liegt überall Schnee. Weiß. Schneeweiß. Die Kinder freut es – die können überall Schneemänner bauen, Schneeballschlachten ausfechten und Schneeengel machen. Einziger Nachteil: Schneefrei wird es wohl nicht geben.
Die Kehrseite ist das allgemeine Chaos. Besonders die Straßen sind zurzeit gefährlich wie eh und je. Meine Beobachtungen der letzten Tage schockieren mich allerdings ein wenig:
Fußgänger, die in dunklen Klamotten rumrennen und den Kraftfahrzeugführern somit gar keine Chance lassen, sie frühzeitig zu sehen. Autofahrer, die mir auf der Hauptstraße entgegenkommen und fröhlich ihre halb freigekratzte Frontscheibe mit dem Schwamm bearbeiten, während sie immer näher an die Mittellinie und somit mein Auto abdriften. Andere, die sich gerade so ein Guckloch gekratzt haben und nicht einmal Wert darauf legen, dass ihre Scheinwerfer sichtbar sind. Zumal die Wenigsten darauf achten, auch die Scheibe vom Schnee zu befreien, die für den berühmten “Toten Winkel” zuständig ist (Schonmal was von Schulterblick gehört?). Fahrradfahrer, die in dunkeln Klamotten ohne Lichter allein auf Gott vertrauen, während sie in einer scharfen, uneinsehbaren Kurve die Straße überqueren. Und am Schönsten: Mütter, die, während sie ihre Kinder vom Kindergarten abholen, eine komplette Kreuzung zuparken, weil ja scheinbar bei Eiseskälte und drohender Glätte keine Rutschgefahr auf einer solchen bestehen kann. Schließlich darf man Kinderchen, die nachmittags stundenlang im Schnee tollen, nicht zumuten, vom Kindergarten aus vielleicht auch mal 50 Meter zum Auto zu laufen. (Darauf, dass eben diese Mütter alle einzeln ihr Kind in einem Cayenne oder 7-Sitzer abholen, obwohl fast alle aus einem Umkreis von ca. 10 Kilometer stammen, möchte ich hier lieber nicht eingehen).
Hallo? Deutschland? Bist du noch zu retten? Alle jammern über das Verkehrschaos, aber Viele machen sich selbst zur Gefahr!
Ich stehe auch ungern morgens auf, ich bin auch gerne ein Kandidat fürs Zu-spät-Kommen. Allerdings achte ich darauf, dass meine Scheiben und Scheinwerfer frei sind und ich nicht unbedingt so fahre, dass ich, rein theoretisch, Jemanden umbringen muss. Ist Deutschland wieder so religiös geworden, dass alle denken, unter diesen schwierigen Bedingungen würde Gott sich nur um deutsche Bundesbürger kümmern?
Bei dem, was ich allein in den letzten drei Tagen auf der Straße erlebt habe, ist es ein Wunder, dass noch Niemand totgeblieben ist.
Bitte, bitte bitte bitte, stellen Sie sich vor Ihrer Abfahrt mal vor Ihr Auto und fragen Sie sich, ob Sie Angst hätten, wenn Ihnen Ihr Fahrzeug auf der Gegenspur oder in einer Kurve entgegen käme. So kann man sich viele Schreckmomente in dieser eisigen Zeit sparen!
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