Glückwunsch-Blog

Willkommen in der Realität!

Und sie haben es noch nicht verstanden…


Donnerstag, 05. Februar 2009 von Sabine

Spiegel.de  hat sich die Mühe gemacht, die Zinsen der letzten 12 Monate im Schnitt zu vergleichen.

Auslöser war, dass die Europäische Zentralbank (EZB) extra den Leitzins auf 2 Prozent  senkte, damals gab es großen Wirbel darum. Die Grundidee ist folgende: Die EZB “verleiht” Geld an die Banken. Diese müssen ihr Geld dort durch Zinsen bezahlen, den sogenannten Leitzins. Je niedriger der ist, desto günstiger bekommen Banken Geld. Je höher er ist, desto teurer ist die Währung Euro für die Banken.

Wenn nun der Leitzins gesenkt wird, was übrigens ein durchaus normales Mittel ist, auf eine Konjunkturschwäche zu reagieren, sollten die Banken ihr Geld auch günstiger an den Verbraucher bzw. Unternehmen weitergeben. Wie aber leider die Nachforschung von Spiegel.de ergab, ist dies bei Weitem nicht der Fall.

Alle, die bereits Geld angelegt haben, haben ein Problem: Der Leitzins ist gefallen und mit ihm die Zinssätze für Tages- und Festgeld. Das Geld, was einbezahlt wurde, hat also zurzeit weniger Wert. Anders ist bei Ratenkrediten, die jetzt aufgenommen werden. Dort sind die Zinsen seit 12 Monaten fast stabil geblieben, obwohl der Leitzins gesenkt wurde. Das gleiche Spiel ist es beim Dispokredit (bis zu 12 % Zinsen nach wie vor). Einzig die Hypothekenzinsen sind runtergegangen, die Hausfinanzierung ist also ein wenig günstiger geworden, obgleich die Senkung der Hypothekenzinsen nicht im Verhältnis zur Leitzinssenkung steht.

Die Zinssenkung der EZB kommt also nachweislich nicht beim Verbraucher an und genau das ist eine schändliche Ausnutzung der Wirtschaftskrise. Die Banken müssen weniger an die EZB zahlen, bekommen aber die gleichen Einkünfte aus Krediten wie vor der Zinkssenkung, bekommen also faktisch mehr Geld fürs eigene Haus: Hier wird das System also definitiv ausgenutzt. Dies kann man ruhig als Abzocke der Verbraucher betiteln.

Die Banken scheinen die Leitzinssenkung zur Sanierung ihrer eigenen Haushalte zu nutzen. Und das war nun wirklich nicht der Grund, weswegen die EZB sich zu diesem monumentalen Schritt entschieden hat.


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Diesen Eintrag habe ich am Donnerstag, 05. Februar 2009 um 15:00 Uhr veröffentlicht und unter der/den Kategorie(n) Allgemein, Bines Glückwünsche abgelegt. Schreibe mir einen Kommentar oder verfolge die bisherigen Kommentare durch den RSS-Feed. Du kannst mir auch einen Trackback von deinem Blog senden.

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