Heute ist ein großer Tag – zumindest für die Verantwortlichen der Behördenrufnummer 115.
D115, wie das Projekt komplett heißt, hat seinen Startschuss am 24. März 2009 um 08:00 Uhr!
Optimistisch klingt die Homepage (zu erreichen über www.d115.de ) zum Projekt allemal:
“Serviceversprechen
Die 115 ist Montag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.
75 Prozent der 115-Anrufe werden innerhalb von 30 Sekunden durch eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter angenommen.
55 Prozent der 115-Anrufe werden beim ersten Kontakt beantwortet.
Wenn ein Anruf weitergeleitet wird, erhält der Anrufer innerhalb von 24 Stunden innerhalb der Servicezeiten eine Rückmeldung je nach Wunsch per Mail, Fax oder Rückruf.”
Aha… Hier sollen also Leute sitzen, die mir in 55 Prozent der Anrufe sofort weiterhelfen können. Diese Rate sollten mal die kostenpflichtigen Call Center der Agentur für Arbeit anvisieren… Dort habe ich in 90 % meiner persönlichen Anrufe irgendwann meine Bemühungen, dem netten Menschen am anderen Ende mein Anliegen zu erklären, nämlich abgebrochen und einfach darum gebeten, dass sich mein Berater bei mir meldet…
Hoffentlich verkommt dieses Projekt nicht auch zu einem “Da sollten Sie mal da anrufen…”.
Anfangs wird das Projekt nur regional begrenzt ausgetestet. Sehr schön ersichtlich sind das Vertrauen in dieses Projekt und die “Waghalsigkeit” einiger Länder und Behörden:
“Folgende Modellregionen haben inzwischen erfolgreich am Testbetrieb zur Vorbereitung auf die Pilotphase teilgenommen:
Die Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen-Anhalt sowie Vertreter aus Kommunen dieser Länder, die ebenfalls an der Erarbeitung des Feinkonzeptes mitgewirkt haben, planen den Einstieg in die Pilotphase zu einem späteren Zeitpunkt.
Darüber hinaus haben die Vertreter der Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Schleswig-Holstein ihr grundsätzliches Interesse am Projekt angemeldet.”
Grundsätzliches Interesse heißt wohl soviel wie “Wir schauen uns das an. Wenn es untergeht, seid ihr schuld – wenns gut läuft, machen wir mit!” Die Agentur für Arbeit hält sich aus dem Kram auch raus, haben ja ihre eigene 0180-Nummer. Außerdem würden die wohl die Quote kaputtmachen *gg*.
Bislang ist das Netz soweit gespannt, dass etwa 10 Millionen Bürger das Angebot nutzen können – immerhin ein Achtel! Das ist für eine Anlaufphase ziemlich gut… Allerdings bemerkt man auf der Übersichtskarte auch ein wenig die Verteilung, wer sich für dieses Projekt wirklich in die Nesseln setzen würde:
Ich bin gespannt, wie viele Bürger dieses Angebot nutzen werden und wie hoch die Erfolgsquote dann tatsächlich wird. Wenn jemand erste Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich auf eine kurze “Erfolgs”story zum Thema
« Jade Goody hat ihren letzten Akt vollendet – Abwrackprämie: Reservierungsantrag nur online »
Glückwunsch-Statistik:
Einträge insgesamt: 482
●
Online (Live): 0 Besucher
Besucher insgesamt: 99424
● Ø-Besucher/Tag: 78
● Online seit: 1291 Tagen
Glückwunsch-Blog
● Glückwunsch-Features
● Über mich
● Datenschutz
● Kontakt & Impressum
© Sabine – Powered by WordPress – Design: Vlad (aka Perun)
24. März 2009 um 09:07
Soo neu ist die 115 ja gar nicht. In der DDR galt die 115 schon einmal, damals als zentrale Rufnummer für medizinische Notfälle. 115 war quasi der Notarzt in der DDR.
Nach 1990 wurde die Nummer von heute auf morgen abgeschaltet. Ich möchte nicht wissen, wieviel Zeit bei Notfällen bisher verplempert wurde, nur weil viele im Osten noch immer die 115 im Kopf haben.
Nun also wird die 115 auch im Westen entdeckt. Schön, hat ja nur 20 Jahre gedauert. Ob das allerdings ein Fortschritt ist, daß man dann statt eines Notarztes die “kompetente” Behörde des Ortes dranhat…
24. März 2009 um 22:28
Einen ersten Bericht hierzu gibt es von Focus:
http://www.focus.de/digital/handy/behoerdennummer-115-die-hotline-im-kurz-check_aid_383705.html
Fazit: Kinderkrankheiten müssen noch ausgemerzt werden, aber alles in allem recht positiv.
Ich habe heute auch versucht, die neue Nummer mal zu testen. Leider bin ich noch nicht im Einzugsgebiet…