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Nach dem abwracken die Sinnflut…


Montag, 02. März 2009 von Sabine

Ich bin ja leidenschaftlicher Fan des ganzen Wirbels um die Abwrackprämie. Deshalb freue ich mich immer, wenn nach und nach ein paar neue Studien dazu gemacht werden…

Wie man am Abwrack-Ticker oben rechts erkennen kann, steigen die Antragszahlen steil bergauf. Ganz schön flott sind die Kunden, wenn sie sowas noch mitnehmen können… Ein Anreiz für ein paar Studien und ein paar Fragen zum Nachdenken:

- Wie hoch war der tatsächliche Verkaufswert der abgewrackten Autos? Und wie hoch dadurch der tatsächliche “Gewinn” durch die Umweltprämie? Nur, wenn ein Wagen tatsächlich einen Marktwert von 0,- € hat, sind 2.500,- € Gewinn durch die Prämie möglich!

- Wie hoch wird der Verkaufspreis der zurzeit verkauften Autos in den nächsten 2 bis 3 Jahren sein? Die Händler werden das Abgewracke und Rabatt-einräumen nicht so schnell vergessen! Und Gebrauchtwagen verlieren sowieso schon schnell an Wert…

- Wird evtl. auch der Wiederverkaufswert anderer Fahrzeuge, die noch ohne Abwracken etc. gekauft wurden, an den Wiederverkaufswert der Abwrack-Neuwagen angeglichen? Dann Glückwunsch an alle, die in der beginnenden Krise so dämlich waren, die Automobilindustrie noch unterstützt zu haben.

- Welcher Händler wird die immensen Rabatte von bis zu 40 Prozent nach der Abwrackprämie noch halten können? Und wer wird, wenn diese Rabatte eingestampft werden, überhaupt noch ein Auto kaufen?

- Warum werden immernoch ausländische und außer-europäische Neuwagen abgewrackt? Warum gibt der deutsche Staat, also der deutsche Steuerzahler, 1,5 Milliarden Euro aus, um Kleinwagen aus Japan zu subventionieren, während im Heimatland die Arbeiter in Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit geschickt werden?

- Wo kommt das Geld her, dass die enormen Rabatte möglich macht? In BWL lernt man, dass Rabatte, die gewährt werden, irgendwo in der Rechnung aufgeschlagen werden müssen… Die Kosten der Herstellung und des Vertriebs werden ja durch die Umweltprämie nicht gemindert… Werden evtl. Ersatzteile oder Serviceleistungen teurer, um dieses Minus ausgleichen zu können? Wie lang werden Abwracker und Autokäufer unter diesen Rabatten leiden, weil sie woanders mehr Geld zücken müssen? Und wie viele langjährige Autobesitzer, die nicht abwracken wollen oder können, werden für diesen Preiszirkus auch noch zur Kasse gebeten?

- Wieviele Kunden haben sich einen Kredit geholt, um die Abwrackprämie in Anspruch nehmen zu können? Wieviele dieser Kreditnehmer haben durch die (trotz Senkung des EZB-Leitzinses) hohen Kreditzinsen vllt. gar kein Plus mehr am Ende raus, weil sie das Geld für den Neuwagenkauf teuer bezahlen müssen? Wieviele Kreditnehmer haben sich gar durch eine Kurzschlussreaktion überschuldet?

Das alles sind Fragen, die, wie ich finde, mal geklärt werden sollten…


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Diesen Eintrag habe ich am Montag, 02. März 2009 um 17:06 Uhr veröffentlicht und unter der/den Kategorie(n) Allgemein, Diskussionswunsch abgelegt. Schreibe mir einen Kommentar oder verfolge die bisherigen Kommentare durch den RSS-Feed. Du kannst mir auch einen Trackback von deinem Blog senden.

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Eine Antwort zu “Nach dem abwracken die Sinnflut…”

  1. jens sagt:

    kommentar auf diese zeilen:Warum gibt der deutsche Staat, also der deutsche Steuerzahler, 1,5 Milliarden Euro aus, um Kleinwagen aus Japan zu subventionieren, während im Heimatland die Arbeiter in Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit geschickt werden?

    Hallo
    darf ich mal anmerken das vw seine Fahrzeuge auch zum teil in Südamerika fertigen lässt.
    Und das Japaner wie Nissan den alten Primera in Holland bauen lies.
    Oder Mazda den Mazda 2 typ dy in Spanien bauen lies.
    Wie du siehst ist es doch fast egal was amn kauft hauptsache es wird was gekauft das war das grösste problem überhaupt. (das nciths gekauft würde)
    An jedem auto was verkauft wird verdient die deutsche wirtschaft oder denkst du das mazda keine deutsche teile verbaut. ich als mazda schrauber kann dir sagen das in unseren modellen genug teile verbaut werden wo made in germany drauf steht airbag steuerungen von siemens findet am viel oder sensoren von bosch und und und
    es ist also fast egal welches auto man kauft deutscher zuliefere arbeiten fast immer mit an dem fahrzeug da spielt die marke keine rolle

    mfg jens

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