Man stelle sich vor, jemand hat keine Kohle und bietet auf Land, das zwischen zwei Nationalparks für Öl- und Gasbohrungen freigegeben werden soll. – Und der gewinnt!
Passiert in, wie soll es auch anders sein, Amerika. Tim DeChristopher ist Student in Salt Lake City, stiefelte bei den Versteigerungen um Pachtverträge in den Auktionssaal, schnappte sich ein Paddle und steigerte los. 13 der insgesamt 116 Parzellen ersteigerte er so – ohne einen Cent in der Tasche. Als dies rauskam, brauch bei der Auktion ein Riesenchaos aus.
Zitat eines geschäftsführenden Teilhabers eines ernsthaft interessierten Unternehmens: Er sei “wütend. Tim DeChristopher kommt in die Auktion, treibt, ohne einen Cent zu haben, die Preise hoch und kostet unsere Firma 600.000 Dollar”.
Zitat Glückwunsch-Blog: “Ätschi Bätschi!” *lange Nase mach*
Wer glaubt, kurz vor den Wahlen 2008 noch in einer Soner-ausverkaufs-aktion Gebiete für Öl- und Gasbohrungen zu ersteigern, die praktisch direkt an Nationalparks angrenzen, sollte sich über eine solche Ohrfeige gar nicht wundern!
Das Sahnehäubchen kommt aber noch: Barack Obama hat die Vorgaben des ehemaligen Präsidenten Bush umgedreht. Der neue Innenminister Ken Salazar wies seine Behörde an, die umstrittenen Pachtverträge für 77 der 116 versteigerten Parzellen nicht anzuerkennen. Begründung: Sie seien zu nahe an den Nationalparks gelegen und hätten nie zum Verkauf angeboten werden dürfen.
Ich wiederhole mich sonst ungern, aber hier mache ich eine Ausnahme:
“Ätschi Bätschi!”
Das einzig doofe an der Story ist, dass Tim DeChristopher allen Ernstes deshalb vor Gericht geschleppt wird. Die Behörde fordert zivilrechtlich 81.000 Dollar von DeChristopher, strafrechtlich könnte er wegen “Störung einer Bundesauktion und arglistiger Täuschung bei der Versteigerung” zehn Jahre Haft oder eine Geldstrafe von 750.000 Dollar aufgebrummt bekommen. Wiederum schön ist die Tatsache, dass der frühere Direkter der Behörde für Landverwaltung, die DeChristopher angeklagt hat, eben diesen nun rechtlich vertritt. Er hat schon durchsickern lassen, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren als Fehlverhalten und nicht als Straftat ansehen wird.
Viel Glück, Tim! Wer möchte, kann hier noch Danke sagen: http://oneutah.org/2008/12/20/thank-you-tim-dechristopher/
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