… lernt Hans nimmermehr. Dieses schöne Sprichwort soll bedeuten, dass Grundlagen in den Anfängen erlernt werden sollten. Das spätere Einfügen gestaltet sich schwierig.
In den 90ern gab es auf RTL eine Sendung namens “Wie bitte?!”, die sich größtenteils auf die Telekom gestürzt hat. Damals ging es um “Kleinigkeiten”, z.B. dass Herr Albert Peter von der Telekom als Peter Albert geführt wurde und deshalb jahrelang im Telefonbuch unter “A” statt unter “P” auftauchte. Während die Telekom älter wurde, wurden die Probleme aber immer größer. So ist die Telekom mittlerweile fast ausschließlich aufgrund von Datenskandalen in der Presse (eine Ausnahme: die Tatsache, dass die Telekom Breitbandkabel verlegen und bezahlen soll, ohne dass die Nutzer, nämlich andere Telefonanbieter, dafür blechen! ). Seit kurzem hat Hans Telekom wieder bewiesen, dass er als Hänschen den Umgang mit Kundendaten nicht so richtig verstanden hat. Übrigens: Das BKA scheint in seinen jungen Jahren auch einiges verpasst zu haben…
Die Telekom hat ohne rechtliche Grundlage Millionen von Kundendaten an das Bundeskriminalamt (BKA) abgetreten, um die Suche nach Terroristen zu ermöglichen. Sollte man sich als Telekom-Kunde nun nicht ein bisschen diskriminiert fühlen? (Ich bin kein Terrorist, was haben meine Daten beim BKA zu suchen? Sollen die doch klingeln kommen, kriegen sogar nen Kaffee!)
Ein weiterer Hans, der es nie gelernt hat, scheint das junge Unternehmen LIDL zu sein… Nachdem alle Öffentlichkeit sich erst im März 2008 auf die Ausspähung einiger Discounter, darunter das Zugpferd LIDL, gestürzt hatte, scheint LIDL irgendwas immer noch nicht kapiert zu haben. Nun sind Akten aufgetaucht, die belegen, dass LIDL-Verkaufsleiter (quasi ein Bezirksleiter, der etwa 5 bis 7 Filialen betreuen muss, 80-Stunden-Woche lässt grüßen) peinlich genau die Krankheitsgründe von Mitarbeitern aufgeschrieben haben bzw. aufschreiben mussten. Hierfür gab es ein extra Formular bei LIDL. Besonders dämlich: Diese Akten wurden auch NACH dem Spitzelskandal weitergeführt. Offiziell heißt es, “dass diese Formulare seit Januar 2009 nicht mehr benutzt werden dürfen”. Januar 2009? Das ist 10 Monate, nachdem die Spitzelaffäre bereits bekannt war, 4 Monate, nachdem LIDL zu einer Geldbuße von mehr als 1 Million Euro eben deswegen verdonnert wurde. Könnte bitte mal jemand Hans Nachhilfe geben???
LIDL hat nun zugegeben, dass diese Datenerhebung der Krankheitsbilder nicht datenschutzkonform war und prompt seinen Lidl-Deutschland Chef Frank-Michael Mros gefeuert. Ob es allerdings etwas nützt, einen Mitarbeiter, der seit 20 Jahren bei LIDL tätig ist (und somit mit denselben Grundlagen wie alle anderen daherkommt) als neuen Chef einzusetzen, wage ich zu bezweifeln. Auch ein Herr Jürgen Kisseberth muss den Karren nicht aus dem Dreck ziehen… Aber wenigstens hat man versucht, die Öffentlichkeit zu beruhigen, indem man eine Sau durchs Dorf getrieben und aus dem Laden geschmissen hat…
Meinen Chef in der Ausbildung hat es nicht einmal interessiert, weshalb ich krank war. Solange er um 8 wusste, dass ich nicht komme, war alles okay… Okay, bei nem leckeren Cappuccino hat man dann schonmal über die Magen-Darm-Grippe oder die verschiedenen Formen der Migräne gesprochen, aber das war nun mal mein Ding! Der hätte mir mal ein Formular unter die Nase halten sollen, in dem ich meine Erkrankung angeben sollte… Püh! Haben die Mitarbeiter von LIDL da nicht eventuell mal stutzig geguckt?
Ich überlege, für diese beiden Spezial-Fälle von “Hans”aritis eine neue Kategorie einzuführen:
Blödheit aus Tradition!
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