Die Welturaufführung des Circe du Suleil zur Eröffnung des Eurovision Song Contest war raumerfüllend, schnell, spektakulär und beeindruckend. Kein Wunder:
Russland hat sich beim Prollfaktor der Veranstaltung laut Kommentator an China orientiert. Naja, nicht nur da haben die beiden einiges gemeinsam
Okay, die Jacke des Vorjahresgewinners wollte nicht wie er, aber das wurde ja “super überspielt”. Dima Bilan stellte auf dem Laufband sein Leben nach, wurde von Fotografinnen belagert und musste Mauern durchbrechen. Dann gab es nochmal das Siegerlied des letzten ESC fürs Publikum. Zur Erinnerung, warum man in Moskau ist. Trotz seines kleinen Marathons sang er es erstaunlich gut. Gibts gleich wieder Gänsehaut.
Die Moderatorin Alsou ist hübsch, hat Möpse, aber warum sie als überdimensionale Puderquaste rumläuft, weiß ich nicht. Werde ich wohl auch nicht rausfinden. Also akzeptiere ich es einfach. Zu Anfang gibts die neuen Regeln, gut, verstanden, bitte trotzden anrufen, um die Telefonrechnung möglichst hochzujagen. Seit gerade weiß ich auch, dass Weltall im Russischen “Kosmos” heißt. Glückwunsch!
Litauen startet. Angenehme Beats, schöne Melodie, aber dieses Anfangen Klavier zu spielen und dann aufstehen ist mir unsymphatisch. Ganz oder gar nicht.
Die Kombination aus Jüdin und Palästinenserin beim israelischen Duo imponiert mir, wie wahrscheinlich auch anderen. Sehr stimmgewaltig, aber die Outfits sind, nunja, auffallend… “There must be another way” ist eine schöne Aussage. Auf die werde ich vielleicht nochmal eingehen.
Frankreich klingt sehr ernst, aber kraftvoll. Das schwarze Outfit und die dunklen Augen tragen ihren Teil zu der etwas düsteren Stimmung dazu bei.
Schweden schickt eine Opernsängerin ins Rennen. Der Beat ist aber recht flott, in den Textpassagen kann sie ihre Stimme nicht so kraftvoll präsentieren, was sie im Refrain wieder ausgleicht. Die Puderquaste Nummer 2 stört mich trotzdem. Und die Puderquaste sieht beim Singen undglaublich verkrampft aus.
Kroatiens Song ist kuschelig, geht ein bisschen unter die Haut, aber ob es die Massen zum Anrufen mitreißt, weiß ich nicht. Aber schöne Hintergrundmusik zum Schmusen ist es definitiv. Jetzt bereue ich es, dass mein Freund zum Billiard gefahren ist.
Portugals Sängerin ähnelt Amy Winehouse mit weniger Drogen, mehr Kilos und ausgegangenem Haarspray. So ähnlich klingt es auch. Obwohl die Aufmachung – mit den vielen bunten Farben… Die “Laune” der Band… Nein, den Gedanken wische ich besser weg.
Islands Johanna hat Ice-blaue Augen, eine herrliche Stimme und ein blaues, puderquasten-ähnliches Kleid. Trotzdem gefällt mir das Lied. Es ist eher so ein knapp-an-den-Top-Ten-vorbei-Lied, das man auf die Kuschelrock knallen würde, aber schön.
Bei Griechenland muss ich unweigerlich wieder an die Zerschlagung der Homosexuellen-Demo denken, Woran liegts nur? Das Lied bringt endlich mal Bewegung in die Hüften, hätte aber auch von Modern Talking sein können. Bei mir: durchgefallen.
Armenien schickt Schwestern auf die Bühne. Die Verwandtschaft ist unverkennbar. Oder irritieren mich die Klamotten? Der Beat ist cool, das Lied ist stark geprägt vom Land, das gefällt mir. Ich möchte immerhin auch die Nationen kennenlernen. Trotzdem ist es mir insgesamt etwas zu schwerfällig, dafür dass sie möchten, dass jeder seinen Körper bewegt.
Fragt sich eigentlich noch jemand, warum der Miss World 2008 ständig Häuser aus dem Kopf wachsen?
Nun ja, Russland legt los. Hört da noch wer “Kasalla” raus? Wenn ich Kasalla in Verbindung zu meiner Mutter sagte, hab ich auch immer so geguckt wie die Sängerin. Ob das nun ein Siegerhit sein soll? Ich bin eher skeptisch… Weshalb genau die Sängerin im Hintergrund immer älter wird, werde ich wohl auch erst nach Übersetzung des Textes erfahren. Oder kann mir jemand von euch weiterhelfen?
Aserbaidschan bringt Rythmus, eigenartig angezogene Tänzerinnen und ein recht kurzes Röckchen mitsamt einer Sängerin. Sex sells. Die Sängerin ist total kamerageil, der Sänger hat einfach Spaß dran. Ist die eine Tänzerin ein Mann? *genauer hinschau*
Bosnien und Herzegowina klingt ein bisschen wie eine Mischung aus Hymne und Weihnachtslied. Meins isses nich…
Chormitglieder in Ziviel- bzw. Polizeiklamotten zu stopfen, um Russland als musikalisch darzustellen, erinnert mich wieder daran, dass der Prollfaktor an China angeglichen wurde. Ist mir unsymphatisch.
Moldawien klingt gewaltig, ist bunt und klingt nach popigem Volkstanz. Coole Mischung. PARTY!!!!!!
So, hab mich wieder beruhigt. Weiter gehts mit Malta. So klein das Land, so gewaltig die Sängerin Kiara. Eingespielte ESC-Sängerin. Klare, angenehme Stimme, aber wieder so Schmusekram mit imposantem Ende. Da fällt mir ein, dass dieses Jahr kaum Hungerhaken auf die Bühne gejagt werden. Sehr angenehm, dass die Mädels nicht alle hungern müssen. Darauf erstmal ein Schokotörtchen! Die Stimme ist wirklich genial!!!
Estland klingt für mich nun ziemlich flach. Entweder ist die Platzierung schlecht nach Kiara, oder ich muss das Lied öfter hören, um beeindruckt zu sein. Lässt mich ungefähr so kühl wie Bosnien-Herzegowina… Kühl? Ich hol mir mal ein Bierchen…
Dänemarks Song wurde geschrieben von Ronan Keating, klingt wie Ronan Keating und sogar der Sänger könnte ein geklonter Ronan Keating sein. Das Problem daran? Ich mag Ronan Keating nicht! Darauf nen Schluck! Prost!
Während der Klon noch weiter trällert, bereite ich mich schonmal vor. Worauf?
DEUTSCHLAND! DEUTSCHLAND! MISS KISS KISS BANG! PARTY!!!!!!!!
Die Stimme ist warm, gut getroffen. Aber was macht Dita? Die Muse des Liedes hält sich anfangs bedeckt, in schwarz *harrr* Sie sitzt da und streicht sich übers Decolette. Das reicht bei der Frau schon. Dann fallen langsam die Hüllen.. Leider ist die Kamera fixiert auf Oscar. Erst als unser Sahneschnittchen angesagt wird und bei Oscar vorbeischaut, wird die Kamera auf Miss Wespentaille gerichtet. Die Halle kocht! Das Publikum ist begeistert. Ich auch!
Kak dela? heißt übrigens Wie gehts?
Nun kommt die Türkei. Schwungvoll, an Bollywood erinnernd, hat es die eigentlich heiße Sängerin nun schwer, gegen Dita anzustinken. Das Los ist schon fies. Aber die Türken machen richtig Party. Nicht wie wir, aber immerhin. Der Auftritt ist das, was ich mir unter Shakira in Bollywood vorstellen würde. Top Five wären für mich denkbar.
Tim Frühling, der Kommentator, lässt an Albanien schon kein gutes Haar, ehe es überhaupt losgeht. Was der in Pailetten gebadete, grüne Spiderman da tut, kann ich ihm allerdings auch nicht sagen. Tim, wir verstehen uns! Das Lied ist eindeutig Pop, könnte auch aus (wenn man Spiderman einrechnet) England kommen. Herausragend ist es nicht, aber hörbar.
Norwegen präsentiert sich klassisch-modern orientiert. Mit Geige, ein bisschen Riverdance und “Fairytale” als Titel. Der Geiger und Sänger hat nicht nur eine starke Stimme, sondern auch eine ausgeprägte Mimik und Gestik. Herrlich vorgetragen. Das Lied kommt definitiv in mein Auto! Und für mich in die Top Five.
Die Puderquasten-Moderatorin hat sich nun mit einer Schleife einpacken lassen. Eine Mischung aus Nonne, Madonna und Lady Gaga. Außer Lady Gaga mag ich keinen davon…
Die Ukraine bringt ein verspätetes Valentinslied, sehr schwungvoll und rockig. Die Sängerin bringt neben dem Singen starken Körpereinsatz. Sex sells mal wieder. Die halbnackten Römer kann ich nicht einordnen, das Playback während ihres “Schlagzeugsolos” ist mir wieder unsympathisch. Bei mir kommt dann immer die Frage auf, wie viel Text tatsächlich live ist…
Rumänien bringt Elena, deren Balkan Girls die Party schmeißen. Hier sells auch wieder Sex. Aber die Frau hat hübsche Rundungen und eine schöne Stimme. Das Lied ist wieder eindeutig schnöser Pop, wie so viele Beiträge (unserer einbegriffen). Der Refrain bleibt sofort hängen, sehr stimmiger Auftritt. Ich mag es, wenn die Künstler Spaß haben. Elena hat Spaß! Top Five!
Großbritannien bringt laut der Nanny Fine die “Allzweckwaffe der Insel”, Andrew Lloyd Webber. Ein starkes Lies, eine starke Sängerin. Leider zu ruhig nach der Balkan Party. Aber imposant. Ergreifend. Vllt. Top Five. Andrew ist alt geworden.
Finnland dreht die Bassboxen auf. Ein schnelles, techno-angehauchtes Konzert aus Feuer, Gold und Glitter. Erinnert mich an die 80er oder frühen 90er. Komme aber nicht auf den Titel… Die blonde Sängerin vergeigt ihren Soloteil allerdings komplett. Tim vergleicht es mit DJ Bobo. Auch passend. Tim, wir verstehen uns!
Bei Spanien bin ich natürlich gespannt, was diesmal am Kleid kaputt geht *gg*. Diesmal ist sie umgestiegen auf ein Ganzkörperkleid in der Art von Eiskunstläuferinnen. Ja, sie sieht aus wie auf dem Eis, sie tanzt auch so… Das Lied ist flott, geht ins Ohr. Aber meine Top Five sind schon voll.
Meine Top Five bestehen also aus Deutschland, der Türkei, Norwegen, Großbritannien und Rumänien. Mal sehen, wie es nachher aussieht. Um es mit den Worten des einzigen Talkshow-Moderators zu sagen, den ich gern gucke: “Wir werden es erleben!”
Der Startschuss aus der ISS ist cool. China hat verschissen! START VOTING!
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