China hat eine neue Art der Abwrackprämie erfunden… Um die Steuereinnahmen zu erhöhen und die Tabakindustrie zu stärken, müssen chinesische Angestellte einer Behörde in Zentralchina eine behördlich verordnete Anzahl an Zigaretten rauchen. Die Abteilungen, die das Soll (insgesamt 230.000 Packungen) nicht erfüllen, müssen Strafe zahlen!
Na, lieber Menschen umbringen, als Steuerdefizite hinzunehmen. Staatliche Subvention lässt sich wirklich verschieden auslegen…
Glückwunsch!
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04. Mai 2009 um 17:20
Ich finde die Idee besser als bei uns die Raucher zum Sterben nach draußen zu schicken. Jedes Land hat da so seine eigenen Methoden.Ich bin selbst aktiver Nichtraucher, erkenne aber an, dass es die Sucht gibt. Ich habe noch keinen wegen des Rauchens vor die Tür / auf den Balkon geschickt.In einem wirklich freien Land kann sich jeder mündige Bürger selbst entscheiden, ob er das Risiko des passiv Rauchens in Kauf nehmen möchte oder eben nicht. Meiner Empfindung nach sind wir sind kein wirklich freies Land.Hier werde ich als Nichtraucher gezwungen mich in die Kälte zu stellen, damit ich mit meinen – rauchenden Freunden zusammen sein darf; oder ich muss mich zusammen mit Ihnen gegen einen Besuch in der Kneipe / Restaurant entscheiden – auch keine wirkliche Auswahl…..
04. Mai 2009 um 17:36
@Moni:
Ja Moment! In diesem Falle würdest du als Nichtraucherin dazu gezwungen, täglich eine bestimmte Anzahl an Zigarretten rauchen, um deine Abteilung nicht in Schwierigkeiten zu bringen.
Du müsstest also als Nichtraucherin mit dem Rauchen anfangen und dich dem Risiko tödlicher Erkrankungen aussetzen, damit die Tabakindustrie in deiner Region mehr Geld bekommt.
Meines Erachtens keine bessere Idee.
04. Mai 2009 um 19:27
@wemaflo:
Wenn ich die Information vorher richtig gelesen habe? wird hier die Abteilung angesprochen und nicht der Einzelne. Daher könnte das Tabakkontingent auf die aktiven Raucher aufgeteilt werden. Die Raucher werden dann nicht mehr ausgegrenzt – weil die ja für mich mitrauchen – und die Frage der Entlohnung wäre noch zu klären.
@ Todesursache:
Ich habe viele alte Menschen gekannt, die trotz eines lebenslangen hohen Tabakkonsum´s in einem sehr hohen Alter gestorben sind ( ab 89 Jahre aufwärts) ich kenne allerdings auch einige Fälle, in denen Menschen die nie geraucht haben sehr früh verstorben sind.
Übrigens, ich bin aktiver Nichtraucher ich halte aber nicht viel von der “Raucherjagd” die irgendwann auf dem Scheiterhaufen endet!
04. Mai 2009 um 20:11
Du hast die Informationen sicherlich richtig gelesen. Und natürlich ist es auch möglich, dass der Hans Deine Tabakportion mitraucht und somit auf 2 Schachteln am Tag kommt.
Aber die Sache an sich ist Absurd. Es geht ja eben nicht um Ausgrenzen der Raucher, eigentlich lassen sich zum Rauchverbot in Deutschland überhaupt keine Verbindungen herstellen (außer, dass es in beiden Fällen ums Rauchen geht), bei dem Fall in China geht es einzig und allein darum, dass die Mitarbeiter der Behörde quasi (als Kollektiv) zum Rauchen verpflichtet werden, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Das hat nichts mit Nichtraucher- oder Raucherschutz zu tun, sondern einzig und allein mit Geld.
Ich habe auch nichts gegen Raucher und das Rauchen an sich, das Nichtraucherschutzgesetz finde ich auch nicht richtig, aber wie gesagt, wenn Du die Informationen aus der Quelle dieses Artikels liest, geht es nicht um solche Dinge, sondern um Kommerz und eine “Rauchpflicht”.
04. Mai 2009 um 20:25
Ich denke da sind wir beide einer Meinung. Aber dort wird es eben verordnet, hierzulande werden eben Abwrackprämien und Steuergeschenke in Aussicht gestellt, immer wieder verändert und die mündigen Bürger merken nicht wie sehr die Politik(er) sie verschaukeln. Ohne Kommerz würden Firmen einfach insolvent und Marken würden verschwinden- ohne Rettung durch die deutsche Politik…
Aber es würde auch Menschen geben, die neue produkte und Namen herstellen würden – und der Krise trotzen würden. Ich würde mich nicht wundern, wenn wir irgendwann auch für die notleidenden deutschen Zigarettenhersteller zahlen müssen….
04. Mai 2009 um 20:31
Hallo ihr Zwei!
Na, endlich eine rege Diskussion und das zu einem meiner kürzesten Beiträge
Ich denke, Moni wollte eher das deutsche Nichtraucherschutzgesetz kritisieren, als tatsächlich auf die Vor- und Nachteile dieser chinesischen Regelung einzugehen.
Interessant ist, dass im Zusammenhang mit einer chinesischen Regelung Deutschland als nicht freier Staat bezeichnet wird. Ich dachte immer, das sei eher umgekehrt.
Grundsätzlich habt ihr wohl beide Recht.
Ich finde es absurd und unmenschlich, Menschen zum Sich-Selbst-Töten (was Rauchen nun einmal im Endeffekt ist) zu zwingen, um eine bestimmte Industrie am Laufen zu halten.
Was ich, trotz aller Recherche, nicht herausbekommen konnte, war, ob die Abteilung aus privater Tasche oder der Staatskasse bezahlt, wenn das vorgeschriebene Minimum nicht erreicht wird.
Hat einer von euch bereits den Vergleich bedacht, dass man hierzulande durch das Nichtraucherschutzgesetz die Rauchmöglichkeiten und dadurch (zumindest meiner Meinung nach) auch den Absatz von Zigaretten vermindert und ihn in China staatlich verordnet erhöht?
Jedes Land geht auf seine eigene Weise mit der Krise um, die einen menschenfeindlicher als die anderen… Da sind 10.000 Euro Steuerbelastung eines Bürgers für 2.500 Euro Abwrackprämie eines anderen ja ein Witz gegen.
Liebe Grüße
04. Mai 2009 um 20:36
Jetzt verstehe ich, was du meinst. Die gezogenen Parallelen zum Nichtraucherschutzgesetz in Deutschland haben mich da wohl abgelenkt, obwohl sie etwas anderes sagen sollten
Sicher, hier ist es so, dass wir das Geld in einem schleichenden Prozess zahlen müssen. Rein theoretisch nichts anderes, nur nicht so gut sichtbar.
Allerdings sollte man dann den Chinesen doch die Wahl lassen, ob sie rauchen wollen, oder die Tabakwirtschaft mit Geld stützen “wollen”.
04. Mai 2009 um 20:42
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06. Mai 2009 um 08:46
Der Zigarettenkonsum wird nicht zwangslaeufig erhoeht.
Es geht ja nicht darum, dass 230.000 Packungen konsumiert werden muessen, sondern erstmal nur um deren Kauf. In China werden Zigaretten ausserdem auch oft zu besonderen Anlaessen verschenkt wie bei uns etwas eine Flasche Rotwein.
Ein kleines Detail am Rande: Die insgesamt 230.000 Packungen bedeuten 4000 Packungen pro Behoerde bzw. 1600 pro Schule (das betrifft Verwaltung und Lehrer), was sich nicht mehr ganz so krass liest, wenn man bedenkt, dass in solch einer Behoerde wohl mindestens 50 Leute arbeiten.
Gruss aus Shanghai!