…die du nicht selbst gefälscht hast!
Heute Nacht fiel mir diese Schlagzeile im ARD* Videotext auf:
Nun ein paar Fragen meinerseits dazu:
1. Wie viele Leute wurden denn in dieser achso repräsentativen Umfrage überhaupt gefragt? Weder der Videotext noch Welt-online können mir diese Frage beantworten. Beim Umfrageinstitut Infratest dimap kann ich zu der Umfrage gar nichts finden.
2. Welche Fragen wurden denn gestellt? Natürlich werden alle auf “Sind Sie gegen KiPo im Internet?” mit Ja antworten, ob dies allerdings durch eine unkontrollierbare Zensur geschehen soll, muss ja gar nicht Bestandteil der Frage gewesen sein. Wenn ich jemanden frage, ob er glaubt, dass “Sahnetorte fett macht” und er antwortet mit ja, kann ich auch auswerten, 90 % der Deutschen seien zu fett…
3. Wer wurde denn gefragt? Rentner? Kinder? Mütter? Berufstätige? Hallo? Ich hätte gern mehr Informationen, woraus sich diese Umfrage zusammensetzt.
Interessanterweise ist die Webseite der Deutschen Kinderhilfe nicht erreichbar. “Am Wochenende wurde der Netzauftritt der Deutschen Kinderhilfe manipuliert und zum Absturz gebracht. Wir bemühen uns, unsere Internetpräsenz so schnell wie möglich wieder online zu stellen und danken für Ihre Geduld.
Deutsche Kinderhilfe”
Nee, ist klar… Gut gut, dann schauen wir uns eben so mal um. Im Januar 2008 wurde die Kinderhilfe offiziell vom Deutschen Spendenrat ausgeschlossen. „In ihrer Stellungnahme und der Anhörung hat die Deutsche Kinderhilfe die gegen sie erhobenen Vorwürfe, mehrere Bestandteile der Selbstverpflichtungserklärung nicht erfüllt zu haben, nicht ausräumen können. Vielmehr haben Erkenntnisse über die tatsächlichen Strukturen und Aktivitäten des Vereins die Einschätzung über ihn bekräftigt. Das Gremium hat sich deshalb entschieden, den vorläufigen Ausschluss umzuwandeln und die Deutsche Kinderhilfe endgültig aus dem Spendenrat auszuschließen“. . Im März 2008 wurde die Deutsche Kinderhilfe populär, weil sie Intransparenz beim Umgang mit Spenden- und Fördermitteln sowie eine heikle Nähe der DKH zu privatwirtschaftlichen Unternehmen aufwies. 2006/2007 wurde die, damals noch als Deutsche Kinderhilfe Direkt bekannte, Institution so massiv wegen unklarer Spendenpolitik beobachtet, dass sie das Land Rheinland-Pflaz freiwillig verließ, um einem Sammlungsverbot zu entgehen.
Und nun soll ich einer Umfrage Glauben schenken, die von solch einer “Institution” in Auftrag gegegeben wurde? HALLO????
Netzpolitik.org hat sich angesehen, wie die Unterschriften-Aktion der Deutschen Kinderhilfe die Pläne der Zensursula unterstützen sollen. “Die Unterschriftenaktion selber ist eher ein Witz: Unterschreiben kann man für den Satz “Ja, ich stimme für das Gesetz gegen Kinderpornographie im Internet ab”. Mehr steht da nicht.” Ohne Kommentar.
*Danke an GerDirkO für die Berichtigung ^^
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19. Mai 2009 um 20:59
[...] Quelle: Glueckwunsch-Blog.de / Zum Artikel [...]
20. Mai 2009 um 14:35
Ähm, ich will ja nichts den Kluscheißer raushängen lassen, aber da steht oben:
“158 158 ARDtext Mo 18.05.09 03:34:36″
Also ARD Teletext. Und so ist das auch ganz logisch, viele ältere Menschen (scheinbare Hauptzielgruppe der ÖRRs) interessieren sich nicht für’s Internet, Emails oder andere digitale Inhalte (Stischwort: Bundetrojaner), die ‘Alten’ finden das meist nicht schlimm, aber wenn man dere Briefe öffnen würde, was das selbe wäre, oh man, wie die sauer werden würden.
20. Mai 2009 um 14:49
Oh, vertippt, versehentlich ‘nichts’ statt ‘nicht’ und ich habe da etwas unüberlegt geschrieben, ich meinte das die Umfrage wohl (meiner Meinung nach) bei der Zielgruppe der ÖRR gemacht wurde, also gezielt ältere Personen angesprochen wurden. Das die ÖRR wohl gerne mal Sachverhalte “umgestalten” ist im Inet ja schon oft genug da gelegt worden.