Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine neue Statistik herausgebracht, das Bundesinstitut für Berufsbildung bestätigt diese seit Jahren.
Es gibt zu wenig Ausbildungsplätze!
Aber das ist kein Problem der Wirtschaftskrise… Seit Jahren gibt es diese Engpässe, weil viele Firmen lieber Strafen zahlen, statt Jugendliche in einen Beruf einzuführen. Zitat des Spiegel-Artikels: ”Eine wesentliche Ursache für die hohe Zahl der Ungelernten sehen die Wissenschaftler in dem seit Jahren zu knappen Lehrstellenangebot. Der tatsächliche Bedarf an Ausbildungsplätzen werde viel zu niedrig eingeschätzt. Schulabgänger, die keinen Platz finden und dann bereits im Frühjahr oder im Sommer in verschiedene Übergangsmaßnahmen oder sogenannte Warteschleifen abgedrängt würden, tauchten in der dann zum Herbst vorzulegenden politischen Lehrstellenbilanz nicht mehr auf.”
Und genau das ist das zweite Problem. Ich selbst wurde auch in eine solche Maßnahme gestopft, damals, 2004 bis 2005. Das war eigentlich eine Tragödie. Jugendliche noch und nöcher, aus allen Schichten, wurden gefragt, welchen Beruf sie sich vorstellen könnten und demnach in “Lehrgänge” gedrängt. Einige durften den ganzen Tag das Gelände verschönern, andere die Wände anmalen und wir haben Büro gespielt. Ein Planbüro. Dabei hatten wir noch Glück mit unserem Ausbilder. Selbst ein Unternehmer, wußte er, wo der Hase langläuft. Andere Ausbilder hatten diese Kenntnisse nicht und noch weniger Interesse an ihren Schützlingen.
Der Arbeitsagentur ging es nur um das Verschönern der Statistik, damit man in den damaligen Wahlzeiten beweisen konnte, wie toll man doch ist. Dass diese Statistiken nichts als Lügen waren und Ausbildungssuchende wegradiert wurden, wußten wir bereits damals. Dementsprechend ging man nämlich auch mit uns um. Grundsätzlich waren 80 % hoffnungslos, die anderen 20 % schwer vermittelbar. Dass mehrere dieser schwer vermittelbaren mit einer 1 die Ausbildung beendeten, ist wohl Nebensache. Und die Firmen mussten, aufgrund der Zahlen, davon ausgehen, dass es gar nicht so viele Suchende gibt. Und dieser Fehler wird seit Jahren immer weiter praktiziert.
“Nach Angaben von BIBB-Präsident Manfred Kremer investieren Bund, Länder, Bundesagentur für Arbeit und Kommunen rund vier Milliarden Euro pro Jahr in Übergangsmaßnahmen. Ein Teil dieses Geldes könnte viel sinnvoller für berufliche Vollausbildungen eingesetzt werden.” Vier Milliarden Euro, um eine hübsche Statistik zu haben und die Jugendlichen kurzzeitig wegzusperren. Prost Mahlzeit!
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