Glückwunsch-Blog

Willkommen in der Realität!

Reich, gelangweilt, alteingesessen


Sonntag, 14. Juni 2009 von Sabine

Es ist Sonntag Nachmittag. Ich habe derbst Langeweile, also stöbere ich ein bisschen in den News. Zu Lachen bekommt man da nix..

Arcandor bekam zunächst eine Abfuhr der deutschen Regierung, es wurden Managerfehler zugegeben, Herr Eick muss dies alles ausbaden, obwohl er zur Zeit der Fehlerquelle noch längst nicht daran dachte, zu Arcandor zu wechseln. Nun kommen die Zusammenhänge zwischen horrenden Mieten und den Begünstigten der Mieteinnahmen ans Tageslicht und anscheinend dürfe Arcandor sich auf die Vorbereitung eines Massekredits freuen.

Während der US-Präsident Entschuldigungen für 10-jährige schreibt, geht es mit dem deutschen Bildungssystem weiterhin bergab. Reformen werden blockiert, Schicht-Kämpfe ausgetragen – und das ausgerechnet von den Eltern. Dass es eine Zusammenarbeit zwischen erziehenden Eltern und lehrenden Lehrern geben sollte, scheint ganz Eltern-Deutschland aus seinem Kopf gestrichen zu haben. Hartz-IV-Kinder und Migranten sind nicht länger zu bemitleiden und ihnen ist auch nicht zu helfen, nein, sie sollen wie Krankheitserreger so früh wie möglich von den eigenen Kindern weggewischt werden. Das sind Eltern, die auch von klein an ihre Kinder mit Sagrotan in keimfreien Häusern großziehen und sich hinterher wundern, warum die Kids Allergien bekommen. Die ihre Kinder vor den Fernsehern parken und sich wundern, dass die Kommunikationsfähigkeit der Sprösslinge verkümmert. Die ihre elterlichen Aufgaben ganz und gar der Schule übergeben, um nachher den schlechten Notenschnitt des Sohnemanns mit der Anwesenheit von Migranten zu erklären und das Schul-schwänzen der Tochter mit Hartz-IV. Eltern, wacht auf! Ihr seid scheiße!

Die Internet-Gemeinde kämpft seit der ersten Idee gegen Internetzensur aus dem von-der-Leyen-Ministerium, davon wird aber, als der Bundesrat Bedenken angibt, nur noch im Nebensatz gesprochen. Dass diese Bedenken eben diese sind, die die Onliner als erste hervorgebracht haben, ist scheinbar zu vernachlässigen…

Mittendrin hat die chinesische Regierung ein Problem damit, dass die 92 Millionen Wangs im Land ihre Vornamen meist poetisch ausschmücken und dafür alte Schriftzeichen gebrauchen, die die Software für neue Personalausweise nicht hat. Also sollen nun millionenfach Vornamen abgeändert, vereinfacht, gefälscht werden, um automatisiert hergestellte Personalausweise mit Mikrochip herzustellen. Schade, gerade chinesische Namen sind meist sehr schön, klangvoll, poetisch und meist auch charakteristisch sehr fundiert.

Und irgendwo mittendrin lauert noch die achso schlimme Pandemie der Schweinegrippe… Schönen Sonntag!


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