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Statistisch denken lernen


Freitag, 05. Juni 2009 von Sabine

Dass man Statistiken, die man nicht selbst gefälscht hat, nicht trauen sollte,  habe ich ja bereits erwähnt. Dass Statistiken absichtlich mal so mal so ausfallen, ist vermutlich auch allen klar. „Bei einem Vergleich der Verkehrssicherheit durch eine Statistik ist vor allem die Fragestellung entscheidend“, sagt Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Man kann mit Statistik zwar viel, aber eben nicht alles beweisen. „Statt einfach zu sagen, dass Statistiken lügen, sollte man vielmehr statistisch denken lernen“, fordert Gigerenzer. „Um die Zahlen zu verstehen, ist es essenziell, danach zu fragen, auf was sie sich beziehen – und wer die Daten erhoben hat.“

Also, wie immer: Wer steckt dahinter, was wird gefragt und wer hat Vorteile aus einer Statistik, die ich gerade lese? Ein Beispiel:

„Je nachdem, welches Bezugssystem man wählt, kann man Flieger oder Zug schlecht aussehen lassen“, erklärt Walter Krämer vom Institut für Wirtschafts- und Sozialstatistik der Technischen Universität Dortmund . „Rechnet man zum Beispiel mit Personenkilometern, fällt die Rechnung für das Flugzeug sehr günstig aus.“ Die Personenkilometer errechnen sich folgendermaßen: Ein Jumbo, der von Frankfurt nach Sydney fliegt, kommt bei 300 Passagieren und 12 000 Kilometern Strecke auf 3 600 000 Personenkilometer. Für diese Strecke ergeben sich dann mit den Zahlen, die Krämer bei seinen Berechnungen verwendet hat, dreimal mehr Verkehrstote für die Bahn als für das Flugzeug. Anders stellt sich die Sache dar, wenn die Sicherheit anhand der Stunden berechnet wird, die der Reisende insgesamt in dem Verkehrsmittel unterwegs ist. Auf dieser Berechnungsgrundlage gibt es in der Bahn dreimal weniger Verkehrstote pro 100 Millionen Passagierstunden als beim Flugzeug. Die Wahrscheinlichkeit, in der nächsten Stunde zu sterben, ist dann im Flugzeug dreimal so hoch wie im Zug.

Weitere Informationen hierzu gibts bei Focus.de

Wie weit die Fragestellung der Statistik Auswirkungen auf die Statistik selbst hat, zeigte ja bereits das Beispiel der Infratest Dimap.


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