China hat sich etwas Neues im Kampf gegen Drogen einfallen lassen: Wer Karaoke singen will, muss sich erst ein Anti-Drogen-Video ansehen.
Das Video läuft, sobald man die Software einschaltet. Das Lied wird abgespielt, erst dann kann man sich einen Song selbst aussuchen. Nachteil: Wenn man sich zu lange Zeit lässt, wird das Kampagnenvideo erneut abgespielt.
Grundsätzlich finde ich die Idee besser als die meisten, trockenen Kampagnen in europäischen Ländern. Ganz ehrlich, Schockvideos stehen voll im Trend der jungen Leute, da wird ein Schockvideo der Regierung doch nicht ernstgenommen. Sich fies und auffällig ins Unterbewusstsein einnisten, einen Ohrwurm produzieren und im ganzen Land auszustreuen – das ist das wahre Gesicht der Zensur in China. Neben den ganzen unterschwelligen Maßnahmen ist dieser Versuch, Drogen auszurotten, von der Idee her aber cool. Wenn man die Abspieltechnik etwas novellieren würde, fände ich eine solche Möglichkeit in Deutschland gut.
Es ist trotzdem zu verurteilen, dass die Kampagne als Zwangsaktion aufgebaut ist – die Besitzer der Karaoke-Bars werden per Gesetz vom Staat gezwungen, die Videos immer und immer wieder auszustrahlen, die Benutzer sind gezwungen, es sich immer wieder anzusehen. Das ist staatliche Vollkontrolle, man könnte gar von massenhafter Gehirnwäsche sprechen.
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