Der Fall Marco W. hat im Jahr 2007 für Erschütterung und Unverständnis in Deutschland gesorgt. Der damals 17-jährige soll eine 13-jährige Britin, die sich laut W.s Aussage als 15 ausgegeben hat, sexuell missbraucht haben. Nun wurde das Urteil des türkischen Gerichts bekanntgegeben. Marco selbst hat zugegeben, dass es Zärtlichkeiten gab, jedoch seien diese im beiderseitigen Einvernehmen (und der Alterstäuschung) geschehen. Viele glauben bis heute, dass sich die Britin an Marco rächen wollte, weil er sie abwies.
Die deutsche Staatsanwaltschaft hatte bereits im Mai 2009 das eigene Ermittlungsverfahren gegen Marco eingestellt. Nun wurde das Urteil des türkischen Gerichts bekannt: Nach 247 Tagen (knapp 8 Monate) Untersuchungshaft und nunmehr 2 Jahren zermürbendem Rechtsstreit ist die Strafe sehr hoch ausgefallen: 2 Jahre, 2 Monate, 20 Tage auf Bewährung.
Die deutsche Verteidigung, Jürgen Schmidt, und sein türkischer Kollege Mehmet Asim Iplikcioglu haben die Revision angekündigt: ”Marco hätte freigesprochen werden müssen. Das haben wir gefordert, und darauf werden wir dringen! Wir werden bis zum Schluss dafür kämpfen.”
Marcos Mutter befürchtet, dass das hohe Strafmaß nur dazu dient, die lange Untersuchungshaft zu rechtfertigen.
Weitere Informationen und die lange Geschichte des Falls können Sie auf http://www.hilfe-fuer-marco.de/ und http://www.freiheit-fuer-marco.de/ nachlesen.
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