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Neue Studie: 35 Prozent der 15-jährigen trinken wöchentlich Alkohol


Freitag, 15. Oktober 2010 von Sabine

Obwohl, oder gerade weil, derzeit kein Wahlkampf auf Bundesebene herrscht, ist es sehr interessant, wie die Jugendlichen zu ihrem Alkoholkonsum stehen. Die Krankenkasse DAK hat eine bundesweite Studie an Schulen durchgeführt, bei der Jugendliche zwischen 10 und 18 anonym zu ihrem Umgang mit Alkohol berichten.

Vollkommen abstinent leben bereits die 10-jährigen nicht mehr. Dort gaben nur etwa 90 % der Mädchen und 70 % der Jungen an, noch nie Alkohol getrunken zu haben. Ein ordentlicher Sprung erscheint dann zwischen dem 12. und 13. Lebensjahr: Mit 12 waren noch 65,5 % der Jugendlichen ohne Alkohol ausgekommen, mit 13 rutscht es auf 39,7 %.

abstintenteJugendlicheDAK

Quelle: DAK.de

Diese Zahlen könnte man nun diskutieren, denn hier geht es allein um den Kontakt mit Alkohol, nicht um die Häufigkeit des Konsums. Nimmt man nun die Frage, nach dem regelmäßigen Konsum hinzu, stehen die Jüngeren gar nicht so schlecht da. Mit 12 geben aber immerhin noch 10 % der Jungen bereits an, einmal wöchentlich 1 Glas Wein oder 1 Flasche Bier zu trinken. WÖCHENTLICH! Hallo?

HäufigkeitJugendlicheDAK

Quelle: DAK.de

Ab 15 nimmt dieser regelmäßige Genuss bereits schlimmere Formen an: 35 % (Mädchen) bzw. 44 % (Jungen) trinken hier schon einmal in der Woche Alkohol. Nun könnte man auch hier wieder diskutieren, wie viele Flaschen Bier oder Alkopops dabei gekippt werden. Schlimm wird dann das hier:

RauschtrinkenDAK

Quelle: DAK.de

Ab 13 fängt das berühmt-berüchtigte Komasaufen an. Um die 20 % der 13-jährigen haben das „Rauschtrinken“ bereits mitgemacht, waren also völlig blau. Auffällig ist, dass das Komsaufen rapider steigt als die Angabe „1 Glas Alkohol pro Woche“. Unsere Kinder lassen sich also prozentual mehr zulaufen, als dass sie mit dem „Genussmittel Alkohol“ umgehen könnten. Bei den 15-jährigen lässt sich bereits die Hälfte mind. 1 Mal im Monat total zulaufen.

Interessant ist auch der Zusammenhang zwischen „Schulunlust“ und Alkohol. Bereits bei den 12-und 13-jährigen geben Dreiviertel bzw. die Hälfte der wöchentlichen Alkoholkonsumierer an, keine Lust auf Schule zu haben.

Dass Alkoholkonsum gerade bei unseren Kindern mit Leistungsdruck zusammenhängen könnte, zeigen die Gymnasiasten: Im Vergleich zu Haupt-, Real- und regionalen Schulen geben 12 % mehr Schüler an, unter hohem Leistungsdruck zu stehen. Wo auf den anderen Schulformen jeder vierte Schüler regelmäßig Alkohol trinkt, ist es beim Gymnasium bereits jeder Dritte.

LeistungsdruckDAK

Quelle: DAK.de

Interessant hier: Aus anderen Studien ist bekannt, dass der sozioökonomische Status der Eltern, der sich aus dem Berufsstatus und Bildungsgrad zusammensetzt, mit dem regelmäßigem Alkoholkonsum zusammenhängen kann. Demnach konsumieren Jugendliche deutlich mehr, deren Eltern finanziell gut dastehen (Settertobulte et al. 2001).

Alkoholmissbrauch in jungen Jahren ist also keineswegs ein Problem der „Unterschicht“, wie es gern dargestellt wird. Je mehr Geld zuhause ist (auf das die Jugendlichen über Taschengeld auch Zugriff haben, vermute ich), desto öfter trinken die Kinder. Wo ich wieder dabei bin, weitere Studien zu erfinden:

– Zusammenhang des Einkommens der Eltern mit dem regelmäßigen Alkoholkonsum der Kinder
– Ist der Umgang der „reichen“ Kinder mit Alkohol bewusster als bei „armen“ Kindern?
– Lernen Kinder bestimmter Schichten den Umgang mit Alkohol als „Genussmittel“ besser oder schlechter?
– Nehmen Eltern noch Vorbildfunktionen im Umgang mit Alkohol ein?
– Haben Eltern überhaupt eine Ahnung, ob und wie viel ihre Kinder trinken?

Aus meiner Generation weiß ich, dass sich sehr wenige Jugendliche mit dem Gesetz auseinandersetzen. Dass erst ab 16 Bier getrunken werden darf, war niemals ein Grund. Immerhin dürfte man unter 16 auch in keine Disco… *hust*. Im Grunde zeigt diese Studie aber, dass unsere Kinder die Realität wegblenden wollen, was gerade beim Thema Komasaufen deutlich wird. Meine Alterskollegen haben auch bereits mit 14/15 ordentlich gesoffen, auch mal vom Alk gekotzt, aber sind selten mit dem Plan „Heute baller ich mich voll weg!“ in den Abend gestartet. Es war eher das Problem des Grenzen-nicht-kennens, weswegen man über die Stränge schlug. Wir wussten, dass nach dem „Dussel im Kopf“ meist eine schlimme Nacht anstand und konnten uns zügeln. Die heutige Jugend fängt beim „Dussel“ erst richtig an, zu saufen… Irgendwie süß finde ich ja trotz allem noch, dass die Mädels sich mit Mixgetränken (Alkopops, Cocktails) abschießen, wobei die Jungs traditionsgemäß bei Bier und purem Hochprozentigem bleiben. Das kenne ich dann sogar aus meinen Partyjahren noch so.

Zur vollständigen Studie in pdf-Format gehts hier, den Bericht dazu lesen Sie hier und aufmerksam geworden bin ich über einen Artikel bei Focus.de.


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