Heise meldete in einer Zusammenfassung, dass der Verband der Internet-Beschwerdestellen INHOPE gute Nachrichten hat:
“44 Prozent der Angebote konnten laut der Statistik nach zwei Tagen entfernt werden, weitere 9 Prozent nach drei Tagen. Nach acht Tagen sind insgesamt knapp 80 Prozent der inkriminierten Materialien gelöscht. 7 Prozent verschwinden erst nach einem Zeitraum, der länger als zwei Wochen reicht, aus dem Web.”
Hier dazu die Original-Grafik aus dem Jahresbericht 2010 von INHOPE:
INHOPE bemüht sich nun darum, das Nachvollziehen, ob Inhalte gelöscht wurden und wann genau, zu automatisieren, um schneller nachhaken zu können.
Trotzdem fordern viele Politiker, die Netzsperren nun, nach dem einjährigen Evaluierungszeitraum, endlich durchzuführen. Angeblich kann das BKA kaum nennenswerte Erfolge vorzeigen, was natürlich nicht damit zusammenhängt, dass gerade einmal sechs Mitarbeiter direkt auf diese Vorgänge angesetzt sind (wohl gut “zwei Dutzend” beschäftigen sich im weiteren Kreis damit) und sich das BKA erst seit Oktober über Jugendschutz.net mit INHOPE vernetzt hat. Das BKA stellt eine Statistik vor, in der gerade mal 6 von 10 Löschersuchen erfolgreich wären. Wundern braucht man sich bei dem Personalaufkommen und den langen Dienstwegen wohl nicht, zumal sich das BKA schon immer ein bisschen nach der leichten Lösung gesehnt hatte. (Ich erinnere an meine Befürchtungen bezüglich Achseln zucken: “Fraglich ist für mich und viele andere immernoch, ob und wie das BKA seine Versuche dokumentieren soll. Gibt es dafür bestimmte Formulare, die abzuarbeiten und auszufüllen sind? Müssen Schriftverkehr oder Telefonnotizen in Bezug auf die Hosting-Provider vorliegen? Oder reicht es, wenn in einem Jahr alle BKAler brav mit den Schultern zucken und sagen: “Nee… ähm… das… also, ich habs ja versucht, aber… nee, das klappt nicht. Her mit den Sperren!”)
Ich freue mich, dass INHOPE mit all seinen Unterstützern, die sich in diesem Netzwerk engagieren, bereits so viel erreichen konnte. Und trotz der aktuell immer noch unsicheren Lage in Japan, wollte ich dieses Thema in Anbetracht meiner bisherigen Artikel dazu nicht untergehen lassen.
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18. März 2011 um 19:09
Seht ihr, auch die BKA-Zahlen wurden nur nicht zuende analysiert:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kampf-gegen-Kinderpornos-BKA-Zahlen-belegen-den-Erfolg-von-loeschen-statt-sperren-1210432.html
Schade, dass die Linke darauf hinweisen musste, aber immerhin.